Benjamin Tobies · Freiberuflicher Dozent und Praxisanleiter Pflege
Vorabinformation: Externe Praxisanleitung
Alles Wesentliche auf wenigen Seiten: was die Leistung umfasst, was sie kostet, wie der Ablauf ist, was ich von Ihnen brauche und wo die Grenzen liegen. Ohne Anfrage, ohne Adresse — lesen, ausdrucken, in der Leitungsrunde durchgehen.
Stand: 30. August 2026 · Für Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege (B2B)
1. Worum es geht
Praxisanleitung muss nach § 4 Abs. 1 PflAPrV mindestens 10 Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit umfassen, geplant und strukturiert auf Grundlage des vereinbarten Ausbildungsplans. Diese Pflicht besteht unabhängig davon, ob in Ihrem Haus gerade eine qualifizierte Praxisanleitung zur Verfügung steht.
Fällt die Praxisanleitung aus — durch Kündigung, längere Erkrankung, Elternzeit oder fehlende Fortbildungsnachweise — laufen die Stunden weiter auf. In der Praxis sammeln sich so schnell zwei- bis dreistellige Rückstände an, die am Ende die Prüfungszulassung der Auszubildenden gefährden.
Ich übernehme die Praxisanleitung als externer Dienstleister, bis Sie wieder eigene Kapazität aufgebaut haben.
Der wichtigste Punkt vorweg
Ich ersetze nicht Ihre Praxisanleitung. Die Verantwortung dafür, dass die Praxisanleitung sichergestellt ist, bleibt nach § 4 Abs. 1 PflAPrV bei Ihnen als Einrichtung der praktischen Ausbildung. Ich überbrücke einen Engpass und verschaffe Ihnen die Zeit, eigene Praxisanleitung wiederherzustellen.
Deshalb ist die Beauftragung auf höchstens zwölf Monate befristet. Eine Verlängerung ist möglich, tritt aber nicht automatisch ein und bedarf eines neuen Vertrages.
2. Was die Leistung umfasst
- Geplante und strukturierte Praxisanleitung auf Grundlage Ihres Ausbildungsplans, in der stationären wie in der ambulanten Pflege
- Vor- und Nachgespräche mit der auszubildenden Person
- Eintragungen in den Ausbildungsnachweis nach den Vorgaben Ihrer Pflegeschule
- Mitwirkung an Zwischenprüfungen, praktischen Prüfungen, Beurteilungsgesprächen und Praxisbesuchen der Pflegeschule
- Bei erheblichem Stundenrückstand: Erarbeitung eines Kompensationskonzepts für Betrieb und Pflegeschule (Abschnitt 6)
Qualifikationsnachweis und die Nachweise über die jährliche Fortbildungspflicht nach § 4 Abs. 3 PflAPrV lege ich Ihnen auf Verlangen vor.
3. Preise
| Praxisanleitung | je Zeitstunde und je auszubildender Person | 55,00 € |
|---|---|---|
| Mindesteinsatz | je Termin | 5 Stunden |
| Prüfungen, Beurteilungsgespräche | tatsächlicher Aufwand, mindestens | 3 Stunden |
| SoL-Kompensation | nur im Einzelfall nach Abschnitt 6 | 27,50 € |
Abgerechnet wird in Zeitstunden zu 60 Minuten, nicht in Unterrichtseinheiten zu 45 Minuten. Praxisanleitung ist Einzelanleitung; das Honorar fällt je auszubildender Person an. Eine Anleitung in kleiner Gruppe ist möglich, wenn Ausbildungsplan und Pflegeschule sie für das Thema tragen, mit höchstens drei Personen — auch dann je Person abgerechnet.
Alle Leistungen sind umsatzsteuerbefreite Lehrtätigkeit nach § 4 Nr. 21 UStG. Es wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen.
Fahrtkosten je Einsatztag
| bis 20 km | keine |
|---|---|
| 21 bis 60 km | 55,00 € |
| 61 bis 120 km | 110,00 € |
| ab 121 km | nach Absprache |
Maßgeblich ist die einfache Fahrtstrecke ab 25917 Stadum nach gängigem Routenplaner, nicht die Luftlinie und nicht die Summe aus Hin- und Rückweg.
4. Ablauf und Zahlung
Vorgespräch Kostenfrei. Sie schildern die Lage: wie viele Auszubildende, wie viele Stunden offen, welcher Einsatzbereich, welche Pflegeschule.
Unterlagen Sie stellen mir die Grundlagen zur Verfügung (Abschnitt 5). Ohne diese ist eine strukturierte Anleitung nach § 4 PflAPrV nicht planbar.
Vertrag Nach der Einigung in Textform übersende ich den Vertrag. Damit kommt die Vereinbarung zustande.
Terminplanung Einzeltermine werden verbindlich vereinbart, jeweils mindestens für ein Quartal im Voraus.
Zahlung Die Termine eines Kalendermonats werden vor dem ersten Termin dieses Monats bezahlt. Rechnung per E-Mail, GoBD-konform als PDF.
Absagen und Ausfall
- Früher als vier Wochen vor dem Termin: kostenfrei
- Weniger als vier Wochen: 50 % der vereinbarten Vergütung
- Weniger als eine Woche: 100 %
- Absage am Termintag oder Nichterscheinen: 100 % zuzüglich Fahrtkosten
Das gilt unabhängig vom Grund, also auch bei Erkrankung oder Ausscheiden der auszubildenden Person. Bei Ausfall entfällt die Fahrtkostenpauschale, außer bei Absage am Termintag. Einen Ersatztermin biete ich gerne an, wenn meine Terminlage es zulässt; ein Anspruch darauf besteht nicht.
5. Was ich von Ihnen brauche
- Unterlagen vorab: Ausbildungsplan, Einsatzzeitraum, Ausbildungsstand, bisher geleistete und noch offene Anleitungsstunden, Name und Ansprechpartner der Pflegeschule sowie deren Anliegen, Themenwünsche und bekannte Problemlagen
- Vollständige Freistellung der auszubildenden Person für die Dauer der Anleitung. Anleitungszeit ist keine Einsatzzeit in der Besetzung.
- Einwilligungen der betroffenen Bewohnerinnen, Bewohner, Klientinnen und Klienten beziehungsweise ihrer Vertretungen, dass ein externer Praxisanleiter bei der Versorgung anwesend ist. Verweigert jemand im Einzelfall den Zutritt, ist das kein Leistungshindernis — die Anleitung läuft bei anderen Personen oder in theoretischen Anteilen weiter.
- Erreichbarkeit einer verantwortlichen Pflegefachkraft im Haus oder verlässlich per Rufbereitschaft.
- Im ambulanten Bereich: eine fahrberechtigte auszubildende Person oder eine fahrende Begleitkraft aus Ihrem Haus.
Einen eigenen Zugang zu Ihrer Pflegedokumentation benötige ich nicht. Wo im Einzelfall Einsicht nötig ist, genügt eine kurze begleitete Einsicht oder ein Ausdruck. Die Dokumentation der erbrachten Pflegeleistung erfolgt durch die auszubildende Person beziehungsweise eine von Ihnen benannte Person; ich erstelle den Anleitungsnachweis.
6. Wenn erheblich viele Stunden fehlen
Bei großem Rückstand reicht die verbleibende Zeit häufig nicht mehr aus, um alles über direkte Anleitung nachzuholen. Für diesen Fall erarbeite ich ein Kompensationskonzept:
- höchstens 49 Prozent der offenen Stunden über Selbst Organisierte Lernaufgaben (SoL)
- mindestens 51 Prozent über direkte Praxisanleitung
Das ist ein Sonderweg des Einzelfalls und kein reguläres Angebot. Er setzt in jedem Einzelfall die vorherige Genehmigung der Pflegeschule voraus, bezogen auf die einzelne auszubildende Person und Ihren Betrieb. Diese Abstimmung führe ich selbst mit der Schule. Liegt die Genehmigung nicht in Textform vor, bestätige ich keine auf diesem Weg erbrachten Stunden. Ein Anspruch auf Anerkennung besteht nicht — die Entscheidung trifft die Schule, nicht ich und nicht Sie.
Je früher Sie sich melden, desto größer ist der Spielraum. Wenn der Prüfungstermin bereits vor der Tür steht, ist oft nicht mehr viel zu retten.
7. Wo die Grenzen liegen
Die folgenden Punkte sind nicht Kleingedrucktes, sondern Teil des Leistungsbildes. Wer externe Praxisanleitung einkauft, steht in der Regel bereits unter Beobachtung von Pflegeschule oder Aufsicht. Ein externer Anleiter, der im Dienstplan geführt wird und Regelaufgaben übernimmt, schafft ein zweites Problem: eine Scheinselbstständigkeit, die im Prüfungsfall der Einrichtung zugerechnet wird.
Nicht Gegenstand der Beauftragung sind:
- Schicht-, Bereichs-, Wohnbereichs- oder Stationsverantwortung
- Touren oder Tourenverantwortung im ambulanten Bereich
- Vertretung der Pflegedienstleitung oder ihrer Stellvertretung
- Aufnahme in den Dienstplan, auch nicht nachrichtlich
- Pflegeleistungen in der Regelversorgung; ich leite an und demonstriere im Rahmen der Ausbildung
- Rufbereitschaft, Bereitschaftsdienst, Erreichbarkeitsdienste
- Führen von Dienstfahrzeugen
- Einarbeitung neuer Mitarbeitender, Begleitung von MD-Prüfungen, Aktenkontrollen, Aufgaben des Qualitätsmanagements
Ich trete als externer Dienstleister auf, mit eigener Dienstkleidung und eigenem Namensschild, ohne Schlüssel und ohne Mitarbeiterzugang zu Ihren Systemen.
Zum Begriff „Notfall"
Bei einem medizinischen Notfall — akute Gefahr für Leben oder Gesundheit eines Menschen, etwa Sturz, Kreislaufversagen, Reanimation oder plötzliche Verschlechterung — helfe ich selbstverständlich im Rahmen der allgemeinen Hilfspflicht.
Personelle Engpässe, unbesetzte Dienste und kurzfristige Ausfälle im Dienstplan sind keine Notfälle in diesem Sinne, unabhängig davon, wie sie betriebsintern bezeichnet werden.
Wenn diese Grenzen nicht eingehalten werden
Stelle ich bei Einsatzbeginn oder während des Einsatzes fest, dass ich entgegen der Vereinbarung in der Regelversorgung, im Dienstplan oder in einer Leitungsfunktion eingeplant bin, breche ich den Einsatz ab. Der Termin wird in voller Höhe zuzüglich Fahrtkosten geschuldet, und ich fordere Sie zu einer Stellungnahme in Textform auf. Über die Fortsetzung der Zusammenarbeit entscheide ich danach.
Sachverhalte, die auf eine ausbildungswidrige Verwendung von Auszubildenden oder eine Gefährdung des Ausbildungsziels schließen lassen, melde ich der Pflegeschule und der zuständigen Aufsichtsbehörde. Sie werden darüber informiert.
8. Nachweise und Beurteilungen
Ich bestätige ausschließlich Anleitungsstunden, die ich selbst erbracht habe. Keine Rückdatierungen, keine Sammelbestätigungen, keine Stunden Dritter. Meine fachlichen Einschätzungen gebe ich weisungsfrei ab.
Die Eintragungen gehen in den Ausbildungsnachweis der auszubildenden Person, in der von Ihrer Pflegeschule vorgesehenen Form. Eine gesonderte Berichterstattung über die auszubildende Person an den Betrieb gehört nicht zur Leistung. Das ist kein Misstrauen Ihnen gegenüber, sondern die Voraussetzung dafür, dass Praxisanleitung funktioniert: Wer in der Anleitung offen sagt, was er noch nicht kann, lernt schneller.
9. Was ich nicht zusagen kann
- Keine Zusage auf den Erfolg der Ausbildung oder das Bestehen einer Prüfung
- Keine Zusage, dass Ihre 10-Prozent-Quote erfüllt wird — das hängt am gebuchten Umfang, nicht an mir
- Keine Zusage, dass Pflegeschule oder Aufsichtsbehörde Stunden anerkennen
Wer Ihnen das zusichert, sollte Sie stutzig machen. Was ich zusagen kann, ist saubere, fachlich vertretbare Anleitung und Nachweise, die einer Prüfung standhalten.
10. Kontakt
Ein Vorgespräch kostet nichts. Am schnellsten geht es per E-Mail mit den Eckdaten: Anzahl der Auszubildenden, offene Stunden, Einsatzbereich, Pflegeschule, Zeithorizont.
Benjamin Tobies
Freiberuflicher Dozent und Praxisanleiter Pflege
Spierling 9 · 25917 Stadum · Nordfriesland
benjamintobies@pflegedozent-benjamin.de
0175 2160846
Rettungssanitäter seit 1999 · Examinierter Altenpfleger seit 2007 · Praxisanleiter · Qualitätsbeauftragter · Wundpfleger · Freiberuflicher Dozent seit 2022
Diese Vorabinformation ist eine unverbindliche Leistungsbeschreibung und kein Angebot im Rechtssinne. Verbindlich sind der geschlossene Vertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Teil C. Angebote richten sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB.
© 2026 Benjamin Tobies · Stand: 30. August 2026